Mehr St. Johann, bitte!

Mehr St. Johann, bitte!

SP Basel-Stadt
15/11/2018

Auf dem Lysbüchel wollen wir mehr günstigen Wohnraum, mehr Räume für Kultur und Gewerbe erschaffen und Natur erhalten.

 

Sehr geehrte Stimmberechtigte des Kantons Basel-Stadt

Wir, viele Bewohnerinnen und Bewohner des St. Johanns, wünschen uns mehr davon: Mehr von der bewährten “St. Johanns-Mischung”! Bei uns ist seit eh und je ein breit gefächerter Mix aus Wohnungen und Gewerbe zuhause. Auch erfreut sich unser Quartier an einer Vielfalt von kulturellen und gastronomischen Angeboten. Ein wunderbarer Ort zum Arbeiten, Leben, Wohnen und Ausgehen. Wohnen, Gewerbe und Kultur – die Mischung macht’s. Das wollen wir nicht konservieren, sondern weiterentwickeln mit VoltaNord.

Wohnungsnot lindern

Das Lysbüchelareal ist optimal gelegen für ein organisches Wachstum der Stadt – gleich im Anschluss ans bestehende St. Johann. Genossenschaftliches – und damit bezahlbares – Wohnen ist uns ein wichtiges Anliegen. Die Zahl der Arbeitsplätze in der Stadt wächst. Die Menschen, die diese Arbeitsplätze einnehmen, möchten gerne in der Stadt leben. Doch ist und bleibt der Wohnraum sehr knapp. Wir haben eine Leerwohnungsquote von 0,7 Prozent, was Wohnungsnot bedeutet. Der Erhalt von günstigen Wohnungen wurde in den letzten Abstimmungen durch die Stimmbevölkerung in Auftrag gegeben. Nun brauchen wir Arealentwicklungsprojekte und Wohnungsbau und zwar nicht erst in ferner Zukunft, sondern jetzt. VoltaNord gibt uns die Möglichkeit, neuen Wohnraum zu schaffen ohne bestehenden abzureissen. Dies führt zu einer Entspannung auf dem Wohnungsmarkt und wirkt den stetig steigenden Mietzinsen entgegen. Dank der Festlegung eines Mindestanteils von 30% an gemeinnützigen Wohnbauträgern ist gesichert, dass die neuen Wohnungen auch bezahlbar sind. Der südliche Teil des ehemaligen Gewerbeareals ist eine ideale Wohnzone.

Platz für Familien

Ein altes Lagerhaus wird zum neuen Schulhaus Lysbüchel umgebaut, wo 12 Schulklassen und ein Doppelkindergarten Platz finden. Für die Familien im Quartier ein entscheidender Schritt. Die Turnhallen des Schulhauses stehen am Abend den lokalen Vereinen zur Verfügung. Das hilft unserem Quartier. Das Schulhaus wird gebaut, auch wenn VoltaNord am 25. November abgelehnt würde. Am Rande des Lysbüchels werden durch die Stiftung Habitat viele bezahlbare Wohnungen gebaut.

Nachbarschaftspflege

Seit der Fertigstellung der Nordtangente ist viel passiert. Rund um die Spielhalle Volta, das Musikerwohnhaus und beim Stellwerk wohnen bereits viele Menschen. Die genannten Orte sind zu lebendigen Treffpunkten geworden. Eine Mischzone für Kultur, Wohnen und stilles Gewerbe in der Mitte sowie der Dorfplatz im VoltaNord ermöglichen weitere Begegnungen und Nachbarschaftsbelebungen. Mit VoltaNord entwickeln wir ein Quartier, das durchmischt ist, das lebt. Wir wollen, was wir im St. Johann gewohnt sind und schätzen: Verschiedene Nutzungen sind eng miteinander verbunden. Die Nachbarn kennen sich und entwickeln Freundschaften. Man trifft sich auf dem Spielplatz, im Café.

Flächen fürs Gewerbe

Im Norden des Areals, hinter der Mischzone, bleibt eine städtische Industriezone erhalten. Dort finden alle Gewerbebetriebe, die heute auf dem Areal sind, weiterhin einen Platz. Hier, weit weg vom Wohnen, darf es auch lärmig sein. Es entsteht mehr Fläche fürs Gewerbe und wichtige neue Arbeitsplätze in einem attraktiven, sicheren und grünen Umfeld.

Platz für Biodiversität

Entlang der Gleise hat sich über die Jahre eine einzigartige Flora und Fauna entwickelt. Diese wird neu als Naturschutzgebiet anerkannt und erhalten. Mit VoltaNord erhält die wertvolle Biodiversität einen Flecken in Basel, wo sie bleiben darf.

Das neue VoltaNord wird ein lebendiges Quartier mit mehr Platz für bezahlbares Wohnen, mit mehr Platz für das Gewerbe und mehr Platz für Kultur – Platz für mehr St. Johann. Deshalb bitten wir die Stimmberechtigten in Basel, Riehen und Bettingen, die Entwicklung unseres Quartiers mit einem Ja zu VoltaNord zu unterstützen.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung und freundliche Grüsse

Alexandra Dill, Grossrätin und Unternehmerin; Nicole Amacher, Grossrätin und Anwohnerin; Kirstin Bentley, Historikerin; Christian Bertin, Korrektor;Nora Bertschi, Schulratspräsidentin Primarschule Lysbüchel; Oliver Bolliger, Grossrat und Sozialarbeiter; Felix Bossel, Unternehmer; Prof. Dr. phil. Leonhard Burckhardt, Grossrat, Bürgerrat und Anwohner; Ezzat Damawandi, Chemiker; Livia Diem, im St. Johann aufgewachsen; Sehriban Dogan Fidan, Geschäftsfrau; Elisabetta Dredge, begeisterte Quartierbewohnerin; Paola Gallo, Anwohnerin; Anita Heer, Anwohnerin; Jakob Heval Kaya, Projektleiter & Product Owner in einer Digitalagentur in Zürich und Bewohner Volta West; Peter Jossi, Schulratspräsident Primarschule Volta; Marc Lips, Anwohner; Kathrin Oppliger, Advokatin; Dr. Tilo Richter, Architektur- und Kunsthistoriker; Tobit Schäfer, Anwohner; Patrizia Schmid, Juristin und Anwohnerin; Hans Sommer, Pflegefachmann & Masseur; Barbara Spalinger, Gewerkschaftssekretärin SEV; Dr. phil. An Lac Truong Dinh, Projektverantwortlicher SBFI & Co-Geschäftsführer Fairmedia; Raphaela Willi, Lehrerin Schulhaus St. Johann

 

Grossrätin Alexandra Dill ist regelmässig im hinteren St. Johann anzutreffen. Sie hat uns am 15. November 2018 diesen offenen Brief zur Veröffentlichung zur Verfügung gestellt.