«Volta Nord», besser bekannt als Lysbüchel-Areal, reicht von der Elsässerstrasse bis zu den Bahngleisen des Bahnhofs St. Johann und von der Schlachthofstrasse zum Vogesenplatz. Der Kanton Basel-Stadt und die SBB wollen das teilweise bereits brachliegende Gelände aufpeppen. Geplant ist ein Mix aus genossenschaftlichem Wohnungsbau, weiteren Wohnungen sowie Gewerbebauten. Darüber abgestimmt wird in Basel-Stadt am 25. November.

Harald Friedl ist überzeugt von diesem Vorschlag: «Der Bebauungsplan erlaubt Wohnungen für rund 2000 Bewohner», erklärt der Präsident der Basler Grünen. Dazu gäbe es eine «qualitative Verdichtung»: nicht nur für den Wohnbereich, sondern auch für die gewerbliche Nutzung. Ganz «grün» liegt Friedl auch die entstehende Naturschutzzone am Herzen. Die Präsidentin der Liberalen betont, dass das Gelände so oder so verändert würde: «Es ist ein Trugschluss, dass das Referendum mehr Gewerbefläche bringen würde», erläutert Patricia von Falkenstein. Bei einer Ablehnung würde über zehn Jahre gar nichts geschehen, ist sie überzeugt. Bei einem Ja sei das Gegenteil der Fall: «Es wird mehr Fläche für das Gewerbe geben!»

Gewerbe und Wohnen zusammenzubringen, sei zwar eine Herausforderung, aber es eröffne auch Chancen, sagt René Thoma von der Wohnbau-Genossenschaft Nordwest. Die bewohnbare Fläche müsse optimal genutzt werden. «Auch für finanziell schwächere Personen müssen Wohnungen möglich sein», meint Thoma und führt aus, dass Menschen, die genossenschaftlich leben würden, sich auch mehr in der Gesellschaft engagieren würden.

Kritik am Gewerbeverband

Grossrat René Brigger sitzt hinter seinem dicken Stapel Unterlagen über Volta Nord: «Es gibt nur 10 000 neue Wohnungen bei 30 000 neu geschaffenen Arbeitsplätzen.» Möglichst viele Leute sollen möglichst nahe beim Arbeitsplatz wohnen. Harte Worte findet der Sozialdemokrat für den Gewerbeverband, der das Referendum ergriffen hat: «Die Gewerbetreibenden können nicht bleiben», erklärt er. Die aktuellen Baurechtsverträge sind ausgelaufen und werden nicht erneuert. «Der Gewerbeverband hat sich etwas verrennt», meint auch von Falkenstein. «Es ist weiterhin Gewerbe möglich». Die LDP-Chefin ortet das Problem woanders: «Das Gewerbe kann sich die höheren Mieten ebenfalls nicht leisten.» Sie und auch Brigger weisen auf die «Werkarena Basel» hin, wo der Gewerbeverband Mühe haben soll, leerstehende Flächen Malern oder Schreinern schmackhaft zu machen.

Ja-Parolen der Parteien

«Es ist auch im Interesse des Gewerbes, dass es eine Mischung aus Wohnungen und Arbeitsplätzen gibt», ist Brigger überzeugt. Friedl, von Falkenstein und Brigger betonen, dass ihre Parteien jeweils die Ja-Parole beschlossen haben. Nicht betroffen von der Abstimmung sei ein kleineres Gelände am Rande, das von der Stiftung Habitat bebaut wird.

Dieser Beitrag ist in der bz Basel vom 26. September 2018 erschienen.